Narvik wird bei Freeridern immer beliebter, denn die Region bietet ein faszinierendes Terrain bei günstigen Klimabedingungen. Ein kompetenter Skiführer mit eingehender Ortskenntnis weiß, wann es wo am schönsten ist.

Unbekannte Freeride-Ziele

Die Stadt Narvik mit ihrer Alpinanlage im Narvikfjell ist der am stärksten profilierte Wintersportort Nordnorwegens. Weniger bekannt ist jedoch, dass die Region auch einen überaus guten Ausgangspunkt für alpine skitouring darstellt. Die Topografie mit bis zu 1900 Meter hohen, aus dem Ofotfjord emporragenden Bergmassiven ist wie geschaffen für Freerider und es findet sich für jedes Off-Niveau ein Berg. Und die Bergwelt ist so wild und zerklüftet, dass es bei jeder Windrichtung irgendwo eine Windschattenseite mit gutem Wetter gibt.

Narviks Freeride-Profi

Magnus Strand betreibt Narviks vorläufig einziges professionelles Skifahrunternehmen. Von den Fenstern seiner Hütte in Herjangen auf der Nordseite des Ofotfjords überblickt er sein Reich, das sich vom Narvikfjell und dem Gebirge an der Grenze zu Schweden bis zu den Gipfeln im Ofotfjord erstreckt. Magnus ist eigentlich Schwede, hält sich jedoch immer dort auf, wo der Schnee gerade am besten ist – und im Zeitraum Februar bis Juni ist das eben Narvik. Er ist international zertifizierter IVBV-Bergführer mit langjähriger Erfahrung aus weltweiter Tätigkeit. 

Mikroklima

Narvik liegt geschützt zwischen den Bergen und kommt daher in den Genuss eines etwas trockeneren Klimas als die weiter draußen gelegenen Küstenorte. Der enge Fjordarm Skjomen hat sogar ein steppenartiges Klima mit häufig wolkenfreiem Wetter, während an der Küste Tiefdruckgebiete wüten. Bei Südwind ist es nördlich des Gratangsfjellets meist schön, ebenso auf Andørja, der steilsten Insel Norwegens. Bei schönem Wetter mit Ostwind kann man die steilen Abfahrten weiter draußen im Ofotfjord aufsuchen. Im Osten lockt das Grenzgebirge zu Schweden mit dem Wintersportort Riksgränsen. „Ich hatte noch nie einen Tag, an dem ich mit meinen Gästen nicht auf Skitour gewesen wäre“, meint Magnus stolz.

Strategisches Spiel

Am Vorabend der Tour sitzt Magnus gebannt vor dem Bildschirm und studiert Windrichtungen, Niederschläge, Hoch- und Tiefdruck. Nun geht es darum, das Gebirge mit dem besten Wetter und optimalen Schneeverhältnissen zu finden. Die Sicherheit spielt eine große Rolle, denn Magnus ist auch als Lawinenbeobachter für das norwegische Zentralamt für Wassernutzung und Elektrizitätswirtschaft NVE tätig. „Mein Ziel ist es, jeden Tag zum schönsten im Leben meiner Gäste zu machen“, schwärmt er. Magnus kann immer ein unvergessliches Skierlebnis versprechen – auf welchem Berg, lässt sich allerdings nie im Voraus sagen.

Lieblingsberg

 „Welcher ist dein Lieblingsberg?“, fragt www.nordnorge.com. Magnus denkt etwas nach, kann sich jedoch nicht auf einen festlegen, sondern nennt drei:

  • Der Gangnesaksla in Skjomen, 1318 Meter hoch, ist eine echte Herausforderung. Er ist 35-40 Grad steil und hat eine 1000 Meter hohe Rinne, die direkt zum Fjord hinab führt. Bei ungünstigen Wetterbedingungen kann sie lebensgefährlich sein, doch an allen anderen Tagen ist das Gefühl einer solchen Abfahrt unbeschreiblich.
  • Der Gipfel des 1277 Meter hohen Langlitinden auf Andørja ist der höchste Punkt der norwegischen Inselwelt. Eine bessere Aussicht ist kaum denkbar.
  • Der 1457 Meter hohe Spanstinden in Lavangen bietet eine supersteile Abfahrt nach Gratangen. Die etwas flachere Ostseite ermöglicht eine einfache, aber trotzdem spaßige Abfahrt in weiten Schwüngen. Magnus nennt einen solchen Berg „Volvo-Berg“ – ein schöner, sicherer Berg, der immer etwas zu bieten hat.

Hütte

Magnus empfängt seine Gäste auf einem ehemaligen Bauernhof in Herjangen. Das alte Wohnhaus wurde zum Gästehaus mit komplett ausgestatteter Küche, Bad und mehreren Schlafräumen. Schräge Decken, weiß gestrichene Holzpanele und Details, die vom früheren Leben hier zeugen, sorgen für gemütliche Stimmung, während es gleichzeitig an moderner Ausstattung und Bequemlichkeit nicht mangelt. Auch im ehemaligen Stall ist Platz für Gäste, hier hat Magnus Ferienwohnungen eingerichtet. Die gemeinsamen Mahlzeiten um den ovalen Esstisch und abendliche Gemütlichkeit gehören dazu, Muskelkater und steife Knie finden auf weichen Sofas wohltuende Ruhe. Wen es noch einmal an die frische Luft zieht, kann einen Spaziergang zum Strand hinunter machen und nach Nordlichtern Ausschau halten.

Nähere Informationen

  • Auf Magnus´ Homepage erfährt man Näheres über Narvik Mountain Guides.
  • Visit Narvik informiert über alle weiteren Freizeitmöglichkeiten in Narvik, Ofoten und im südlichen Troms.