Ganz im Nordosten Norwegens, wo harter Fels auf die Barentssee und norwegische auf samische und finnische Kultur trifft, liegt eine ganz besondere, nationale Touristenstraße.

Die Fahrt von Varangerbotn führt von Birkenwäldern durch fruchtbare arktische Wiesen zur kargen Landschaft bei der Ortschaft Hamningberg. Die Kultur ist ebenso vielfältig und reicht von den Ortschaften der See-Samen über die Siedlungen der Quänen – die Nachkommen finnischer Einwandrer – bis hin zu den norwegischen Fischerdörfern ganz im Westen. Die nationale Touristenstraße durch Varanger hat eine Länge von 154 km.

Gornitak

Die Straße beginnt in der samischen Ortschaft Gornitak, am von Architekten gestalteten Rastplatz, der ursprünglich der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs als Munitionslager diente.

Vadsø

Die Hauptstadt des Bezirks Finnmark, Vadsø, hat fast 6. 000 Einwohner. Ende des 19. Jh. ließen sich viele Finnen in der östlichen Finnmark nieder, weshalb Vadsø als Hauptstadt der eingewanderten Finnen, der Quänen, bekannt wurde. Einen Einblick in die Kultur der finnischen Einwanderer erhält man im Tuomainengården, einem Hof aus dem 19. Jh. Esbensensgården ist dagegen ein norwegisches Handelshaus. Luftschiffmasten auf der Insel Vadsøya unterstützten das Luftschiff Norge auf seiner Nordpolexpedition 1926.

Ekkerøy

Ekkerøy ist ein charakteristisches Fischerdorf mit gut erhaltenen Häusern aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Außerhalb des Ortes nisten jeden Sommer bis zu 20. 000 Dreizehenmöwenpaare. Das Handelshaus Kjelsengården mit Waren des täglichen Bedarfs, Gerüsten zum Trocknen von Fischen, Anlegestelle und Tran-Herstellung beherbergt heute ein Heimatmuseum.

Kiberg

Das Fischerdorf Kiberg, das von Menschen mit samischer, finnischer und norwegischer Herkunft bevölkert ist, erlangte Ruhm durch seine Partisanen. Damals zogen junge Männer in die Sowjetunion, um die Kunst des Guerillakriegs zu erlernen und anschließend im Untergrund gegen die deutsche Besatzungsmacht zu kämpfen. Mit Beginn des Kalten Krieges sahen norwegische Behörden diese Verbindung mit der Sowjetunion als Bedrohung an, und viele Menschen wurden zu Unrecht des Verrats verdächtigt. Das 1982 errichtete Denkmal ist ein Zeichen der Rehabilitierung und Anerkennung ihrer Heldentaten.

Vardø

Die 1789 gegründete und östlichste Stadt Norwegens ist die einzige des Landes in arktischem Klima. Im Juli gelangt die Durchschnittstemperatur nicht über 10 ºC. Das sternförmige Kastell Vardøhus von 1734 ist eine von drei Festungen in dieser Gegend. Etwas weiter außerhalb liegt Hornøya, der östlichste Punkt Norwegens, auf gleichem Längengrad wie Istanbul und Alexandria. Im Zuge der Hexenprozesse im 17. Jh. verbrannte man auf in Vardø 91 Menschen, vor allem Frauen. Das Hexenmonument ist in ihrer Erinnerung. 

Die Mondlandschaft

Die Küste zur Barentssee nordwestlich von Vardø im Rücken, Steinformationen, die sich wie ein offenes Geologie-Buch lesen lassen. Bei der Ortschaft Hamningberg fraßen Wind und Wetter erstaunliche Gebilde in die Steine.

Endpunkt Hamningberg

Hamningberg überlebte den Zweiten Weltkrieg, aber nicht die Zentralisierungsbestrebungen der 1960er-Jahre. Hier findet man noch alte Häuser aus dem 19. Jh., die ein einzigartiges, gut erhaltenes Ensemble bilden. Einige Häuser wurden damals am weißen Meer gebaut und im Ganzen nach Hamningberg transportiert.

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Die Internetseite der Nationalen Landschaftsrouten bieten schöne Bilder und mehr zu lesen.