Eine kurze, jedoch steile und außerordentlich abwechslungsreiche Gipfelbesteigung führt auf den 339 Meter hohen Bolgtinden auf der Insel Bolga. Von dort überblickt man fast die gesamte Nordlandsküste.

Kleiner Berg, großes Erlebnis

339 Höhenmeter sind für nordnorwegische Verhältnisse nicht gerade viel und im gebirgigen Meløy geradezu ein Klacks. Die gute Stunde des Aufstiegs ist jedoch gespickt mit Bergabenteuern: Man klettert über Fels, teils über seilgesicherte Passagen, überwindet einen Grat sowie ein Moor. Was sich gefährlich anhört, ist nur halb so schlimm, denn die Strecke ist weder ausgesetzt noch gefährlich. Der Gipfel bietet weitaus mehr, als die 339 Meter erwarten lassen: einen Rundblick, der einer ausgebreiteten Landkarte über die malerische Nordlandsküste gleicht.

Spannender, jedoch ungefährlicher Aufstieg

Die Mini-Bergtour lässt keine Langeweile aufkommen. Wenige Minuten nachdem man die Bebauung hinter sich gelassen hat, muss man noch im dichten Wald über die ersten Felskuppen klettern. Auf diese Weise erreicht man in Kürze den östlichen, niedrigsten Teil des Bergrückens, der sich in Ost-West-Richtung über die Insel streckt. Von hier aus geht es teils über sumpfiges Gelände weiter bergan in Richtung Westen, wobei man sich einmal nach rechts wendet und an einem Seil festhält, um eine Steilpassage zu überwinden. Der schwierigste Teil kommt jedoch erst in Gipfelnähe: Hier hängt ein dickes, mit Knoten bestücktes Seil über einer Felspassage herab, die es zu überwinden gilt. Manch einem mag bei diesem Anblick etwas mulmig werden, doch wenn man das Seil mit den Händen gut umschließt und mit den Füßen festen Tritt in den Felsspalten sucht, ist die größte Herausforderung in 30 Sekunden gemeistert. Unterhalb des Gipfels muss man sich noch über einen Grat tasten, die Partie ist jedoch nicht besonders ausgesetzt.

Markierung

Der Weg führt zu Beginn über eine Wiese und ist hier mit roten Pfählen markiert. Im weiteren Verlauf wird die Markierung zwar undeutlicher, die Route ergibt sich dann jedoch mehr oder weniger von selbst. Man muss einfach dem Bergrücken nach oben folgen und der Pfad ist gut ausgetreten.

Lohn der Mühe

An klaren Tagen werden die Mühen des Aufstiegs mit einem unfassbaren Panorama belohnt: Weit draußen im Nordwesten sieht man die Konturen von Værøy und Røst, die sich dunkel gegen den blauen Himmel abzeichnen. Im Süden breitet sich das unergründliche helgeländische Insellabyrinth über die Landschaft, überragt von den markanten Bergformationen Rødøyløva, Hestmannen und Lovund. Auf den näher gelegenen Inseln erkennt man Häuser und Kais und direkt im Westen setzt der Leuchtturm Karlsholmen einen weißen Tupfer auf den Küstenfels. Im Norden sieht man die Insel Fugløya und die Berge um Bodø, während sich in der Ferne die Südspitze der Lofoten wie eine Fata Morgana über dem Horizont spiegelt. Das Festland im Osten türmt sich als geschlossene, wilde und dunkle Wand aus Berggipfeln auf, zwischen denen der Svartisen hervorlugt.

Planung der Bolgtinden-Tour

Die Einheimischen geben gerne Auskunft darüber, wo genau der Aufstieg zum Bolgtinden beginnt. Für die Kletterpassagen benötigt man uneingeschränkte Beweglichkeit von Armen und Beinen. Der Miniberg ist auch für Menschen mit weniger guter Kondition erreichbar, man sollte sich dann einfach etwas mehr Zeit nehmen. Kinder meistern ihn in der Regel problemlos – sie lieben vor allem die Herausforderung der Seilpartie. Für die gesamte Tour benötigt man in der Regel 2-3 Stunden. www.bolga.no bietet nähere Informationen über Bolga.  www.visitmeloy.no informiert über das Freizeit- und Übernachtungsangebot der malerischen Gemeinde Meløy.