1000 Höhenmeter Skiakrobatik durch unberührten Tiefschnee inmitten einer atemberaubenden Fjord- und Berglandschaft: Meløy ganz im Norden von Helgeland ist ein Eldorado für Freerider mit standesgemäßen Herausforderungen. Hier soll es sogar noch unentdeckte Abfahrten geben...

Den Berg signieren

Bergführerin Anneke verfällt ins Lyrische auf die Frage, was für Freerider das Besondere an Meløy ist. „Man startet auf einem 1000 Meter hohen Berg und zieht seine Bahnen durch fantastischen Pulverschnee bis hinunter zum Strand. Es ist völlig still, man hört nur die Skier – ein unglaubliches Freiheitsgefühl. Dabei befindet man sich inmitten einer der märchenhaftesten Berglandschaften, die man sich überhaupt vorstellen kann. Während der gesamten Abfahrt bleiben die Häuschen des Svartisen gård oberhalb des Fjords im Blickfeld. Wenn man unten am Strand angekommen ist, dreht man sich um und begutachtet seine Spuren auf dem Berg – die eigene Signatur.“

Jungfräulicher Schnee

Das Gebiet rund um den Holandsfjord, Svartisen und Glomfjord ist im Gegensatz zu anderen Zielen in Nordnorwegen noch ziemlich unbekannt in der Freerider-Szene. Daher ist es hier recht unwahrscheinlich, auf die Skispuren etwaiger Vorgänger zu treffen. Die steilen Berge erheben sich 1000-1500 Meter aus dem Fjord. Zwischen Februar und April ist die Schneedecke im Gebirge so gut wie garantiert, über einem harschen Grund breitet sich in der Regel eine schöne Schicht Pulverschnee.

Anstrengung und Belohnung

Freerider fahren abseits jeglicher Skilifte. Will man auf einem 1000 Meter hohen Berg starten, muss man ihn selbst besteigen. Es erfordert eine gute Kondition, sich vier Stunden lang auf fellbespannten Tourenskiern im Zickzack nach oben zu arbeiten. Doch die 20-minütige Abfahrt ist laut Anneke, gerade wenn man sie sich selbst verdient hat, ein unbeschreiblicher Genuss.

Für Fortgeschrittene

Anneke betont, dass Freeriding alles andere als Breitensport ist. Sie schlägt zunächst einen Skikurs vor, um die erforderliche Kontrolle über die Skier zu erhalten. Danach „muss man einige Jahre lang Skifahren“, und zwar auf den schwarzen Pisten der Alpinanlagen, bevor man sich den Herausforderungen des Freeridings stellt. Auch die Freeriding-Enthusiasten bei ihren Touren sind meist ausgesprochen gute Skifahrer mit Erfahrung aus den Alpen und Rocky Mountains.

Sicherheit

Wenn man sich nicht auskennt, kann die Tour ohne einen ortskundigen Führer gefährlich werden. An den Steilhängen ist die Lawinengefahr je nach Schneeverhältnissen sehr unterschiedlich und die Topografie des Geländes ist gelinde gesagt unübersichtlich. Deshalb empfiehlt es sich, einen ortskundigen, zugelassenen Bergführer hinzuzuziehen. Dies gilt auch für Skifahrer, die schon in anderen Gebieten umfassende Freerider-Erfahrung gesammelt haben.

Geführte Freerider-Touren

Rocks´n Rivers von Anneke hat sich auf Freeriding abseits der Pisten spezialisiert. Im Januar sind die Tage für eine Ganztagestour zu kurz. Ab Februar wird es jedoch schon wieder heller und die Saison dauert dann oft bis Mai, manchmal sogar bis in den Juni hinein. Am Ende der Saison sind die Tage besonders lang und bieten sich daher für die härtesten Vorhaben auf den höchsten Gipfeln an.

  • www.rocksnrivers.no informiert aktuell über die Angebote des Tourenveranstalters.
  • Unter www.visitmeloy.no erhält man Ideen für zahlreiche weitere Aktivitäten in der Berg- und Küstenregion zwischen Salten und Helgeland.