„Fisch mit nach Lofoten nehmen“ sagen wir hier im Norden und meinen damit etwas Sinnloses zu tun. Kammermusik mit nach Lofoten zu nehmen dagegen ist sinnvoll, festlich und wunderschön. Kommen Sie mit zum internationalen Kammermusikfestival nach Lofoten während des Lofotfischens.

Musik zur Arbeit

Das Lofotfischen ist eine harte Angelegenheit:  Fischen, Zungen schneiden und die Fische auf die Ständer hängen – und das alles mit dem Geruch von Tran und Salz! Nicht gerade der passende Ort für die Perlen aus Europas kunstmusikalischer Tradition, nicht wahr? Lofoten beweist, dass das eine das andere nicht ausschließt.

Großartig

Das Kammermusikfest beginnt nicht im Kammerformat. Zum Eröffnungskonzert spielen nämlich alle 65 Musiker der Lofotkathedrale, der größten Kirche Nordnorwegens mit 1200 Sitzplätzen. Das Konzert funktioniert als eine Art Appetithäppchen für den musikalischen Hauptgang: Lieder von Sibelius, Auszüge aus Wagners „Tristan und Isolde“, neue Musik von Maja Ratkje,  Chopin und als Abschluss die komplette Schicksalssymphonie von Beethoven.

Kleine Perlen

Vom Kammermusikfestival  wird das ganze Inselreich in Anspruch genommen. Das Mittagskonzert im Ramberg Gjestegård ist von eher unterhaltsamer Art mit variierender Streichmusik und Gesang. Die 60 Zuhörer vom Henningsvær Bryggehotel dagegen erleben Harfenmusik. Haydn, Brahms und Mozart erklingen unterm Dach der modernen Borgen-Kirche, während Chopin, Strauß und Schumann uns vom molto vivace bis zur Abendröte in die Buksnes-Kirche einladen.

Jung und erfrischend

Das Musikfest möchte dieses Jahr auch das jüngere Publikum erreichen.  Das Rundfunkorchester nimmt die Kinder mit durch das Symphoniemärchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofiev. Ola Bremnes erklärt uns die Intrige, nachdem das Orchester Uhu, den ersten Satz aus Beethovens Schicksalssymphonie, gespielt hat. Knut Erik Sundquist und Atle Sponberg begleiten uns in 35 musikalischen Minuten einer humorvollen Vorstellung für Jugendliche durch die Musikgeschichte.

Romanzen und Leckereien

Musik und Essen sind zwei der besten Dinge im Leben. Jeden Samstagabend wird das gesamte Kulturhaus in Svolvær zu einem gigantischen Musikrestaurant. Mozarts «kleine Nachtmusik» wird da gespielt, ein Satz zu jedem Gericht:  Das Allegro zur Lachsvorspeise, die Romanze zum Kabeljau, das Menuett zum Fleisch und das Rondo zum Dessert. Nach ein paar Stunden am Tisch wird das Finale erreicht, Händels „Feuerwerksmusik“. Sowohl das Rundfunkorchester als auch alle anderen Festivalteilnehmer sind dabei anwesend.

Ein Fest zum Finale

Das Finale im Lofoten-Kulturhaus  ist eine Festvorstellung. Das Rundfunkorchester beginnt mit der Ouvertüre von Rossinis „Diebische Elster“ und Rachmaninovs  Klavierkonzert Nummer 2 in C-Moll. Das restliche Programm ist eine Überraschung, auf die es sich zu warten lohnt. Alle 65 Musiker treten nämlich in Aktion. Man kann sich auf Scherzhaftes, Ernstes und ein gewaltige Finalnummer freuen.

Musikalischer Ausflug nach Lofoten

Das Kammermusikfest findet während des Lofotfischens satt. Deshalb gibt es viele Fischer, aber relativ wenig Touristen unter den Zuschauern. Mit anderen Worten: Sie finden leicht Übernachtungsmöglichkeiten, die Restauranttische biegen sich von frischem Kabeljau und in den Bars und Kneipen trifft man viele Leute. Es gibt ein großes Angebot an Ausflügen, die man leicht mit den Konzerten kombinieren kann. Die Wintertemperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt schrecken niemanden ab. Lofoten liegt direkt unter dem Nordlichtoval, bei klarem Wetter bekommt man hier viel vom Nordlicht zu sehen.

Mehr lesen

www.lofotenfestival.no ist die Internetseite des Festivals. www.lofoten.info is die Seite des Fremdenverkehsamts mit viel Lofotinfo.