Eine der landesweit festgelegten Norwegischen Landschaftsrouten führt über die Lofoten – eine der dramatischsten Regionen des Nordens. Um von der überwältigenden Schönheit dieses Landstrichs möglichst wenig zu verpassen, sollte man ein wenig Zeit für Abstecher mitbringen, denn viele der eindrucksvollsten Ziele liegen abseits der Hauptstraße.

Archipel im Meer

Bis in 1000 Meter Höhe ragen die bizarren Spitzen der Lofoten direkt aus dem Golfstrom. Vier große und Tausende kleiner Inseln formen eine zusammenhängende, 100 km lange Kette. Der Lofotenfischfang, das alljährlich stattfindende und weltweit größte Dorschfangereignis, bildet die Grundlage für eine traditionsreiche und überall sichtbare Küstenkultur. Wer gerne aktiv ist, findet hier zahlreiche Möglichkeiten wie Bergtouren, Kajakpaddeln, Angeltouren oder Surfen.

Startpunkt Vesterålen

Die Norwegische Landschaftsroute Lofoten beginnt am Südende der Vesterålen. Der elegante Bogen der Raftsundbrücke eröffnet den Blick in den engen Sund, über dem sich 1000 Meter hohe Bergriesen auftürmen, während sich im Norden die offenere, grünere Landschaft der Vesterålen unter dem 1262 Meter hohen Møysalen ausbreitet. Hier zeigt sich eine Landschaft von zerklüfteten, dunkelvioletten Bergmassiven, die fruchtbare kleine Gemeinden und geschützte Buchten und Fjordarme vom offenen Meer abschirmen.

Svolvær

Svolvær verteilt sich malerisch über Inseln und Holme, überragt von Ehrfurcht gebietenden Bergriesen, an deren Flanke die Felsformation Svolværgeita hervorsticht. Die betriebsame Hauptstadt der Lofoten bietet gemütliche Cafés, gute Restaurants, interessante Kunstgalerien und eine schöne Kaipromenade mit vielen Fotomotiven.

Kabelvåg und Storvågan

Die monumentale, an der Straße thronende Lofotenkathedrale von 1898 leitet den Reisenden nach unten zum alten Zentrum des Archipels, Kabelvåg. Hier findet sich eine Reihe interessanter Ziele: Das Lofotenaquarium mit Fischen aus dem Westfjord, die Galerie Espolin mit eindrucksvollen Werken eines außergewöhnlichen Künstlers sowie das Lofotmuseum, das Details zum Lofotenfischfang und der Küstenkultur vermittelt.

Abstecher nach Henningsvær

Henningsvær erstreckt sich über ein Insellabyrinth unter dem 942 Meter hohen Vågakallen. Ein Spaziergang unten an der Mole empfiehlt sich – hier bieten sich malerische Fotomotive von der Berg- und Küstenlandschaft. Die Galerie Lofotens Hus zeigt Bilder aus der Zeit, als norwegische Künstler die Lofoten entdeckten. Eine Glasbläserei, die Kaviarfabrik und Töpfer auf der Engelskmannsbrygga – dem „Engländerkai“ – sowie die Kerzengießerei sind ebenfalls lohnende Stationen.

Gimsøy und Vestvågøy

Auf der kleineren Insel Gimsøya liegt der Golfplatz der Lofoten mit fantastischem Blick zu den Bergen von Bø auf den Vesterålen. Weiter westlich taucht dann Überraschendes auf: Hinter der monumentalen Bergkette breitet sich auf der Vestvågøy eine fruchtbare Ebene mit einem außergewöhnlichen Kulturgut aus: Das 80 Meter lange, rekonstruierte Haus eines Wikingerfürsten von Borg. Die Abstecher von der E10 sind nicht weniger interessant: zu den Fischerorten Ballstad und Stamsund auf der Ostseite der Insel, zum Wellenreiterparadies Unstad und zum Aussichtspunkt Eggum auf der Westseite.

Flakstadøy

Die Kirche Flakstad in Ramberg wurde 1780 aus russischem Bauholz errichtet, das nach einem Schiffbruch an Land trieb, und der kreideweiße Strand von Ramberg lädt zu einem kurzen, erfrischenden Bad ein. Aber auch hier gilt es, abgelegene Ziele zu erkunden: Nusfjord ist ein malerisches Fischerdorf mit alter Bebauung zwischen felsigen Klippen und der Schmied von Sund gestaltet ausdrucksvolle Kormorane.

Die äußersten Gipfel

Die bizarr gezackte Moskenesøy, äußerste Insel der zusammenhängenden Kette, ragt wie eine Speerspitze in den Golfstrom hinein. Die Besiedlung der Lofoten konzentriert sich auf die geschützte Innenseite der Inselkette. Hier stößt man auf zahlreiche malerische Fischerdörfer mit umfangreicher historischer Bebauung wie Reine, Sørvågen, Moskenes, Tind und ganz im Süden auf den Ort mit dem wohl kürzesten Namen: Å. Eine Bootsfahrt auf dem Reinefjord führt direkt an den Fuß der imposanten Berge, während das Norwegische Fischerdorfmuseum in Å die Küstenkultur beleuchtet. Das Spielzeugmuseum Lofoten bietet ein freudiges Wiedersehen mit der eigenen Kindheit.

Planung

Die Strecke Raftsund – Å ist ca. 180 Kilometer lang und erfordert etwa 3 Autostunden, würde man sie am Stück zurücklegen. Nimmt man jedoch alle Abstecher wahr, besucht alle Sehenswürdigkeiten und baut noch die eine oder andere Aktivität in das Programm ein, sind schnell einige Tage vergangen. Und wer noch einen Tag im Gebirge verbringen, zum Windsurfen gehen oder die Küste im Kajak erkunden möchte, bleibt nicht unter einer Woche... Die Lofoten bieten eine ausgereifte, gut entwickelte Tourismusinfrastruktur mit sehr guten Übernachtungsangeboten, Restaurants und Erlebnismöglichkeiten.

Anfahrt

Die Norwegische Landschaftsroute Lofoten bildet den letzten Teilabschnitt der E10, die von Narvik aus nach Westen führt. Man kann auch über den Archipel der Vesterålen auf die Lofoten gelangen, indem man die Fähre von Melbu nach Fiskebøl nimmt. Die Landschaftsroute ist zudem mit der Fähre von Bodø nach Moskenes oder von Skutvik auf dem Festland nach Svolvær erreichbar. 

Lesen Sie mehr über die Lofoten: www.lofoten.info

Auch auf der Seite der norwegischen Landschaftsrouten ist diese Route vorgestellt