Ungezähmt, nackt und karg: Die Berge und Hochebenen um Hammerfest treffen auf das Eismeer. Trotzdem ist es ungefährlich und einfach sich auf den markierten Wegen in der fast vegetationslosen Landschaft fortzubewegen.

Leichter als gedacht

Karg und nackt ist das Land und liegt weit im Norden. Dennoch findet man einfaches Gelände mit mäßiger Steigung. Die Landschaft ist übersichtlich: Man kann sich leicht an den Küstenlinien und Bergspitzen orientieren. Die Vegetation versperrt Ihnen nicht den Weg und der Wind hält die Mücken fern.

Zickzackweg nach Salen

Vom Zentrum in Hammerfest braucht man 10 Minuten auf einem häufig benutzten Trampelpfad hinauf zum Salen. Oben angekommen wird man mit einer fantastischen Aussicht über die Stadt, den Sørøysund, die Inseln Håja und Hjelmen bis nach Sørøya belohnt. Hat man nur wenig Zeit in Hammerfest zur Verfügung ist eine Wanderung zum Salen obligatorisch. Der Kaffe in der Touristenstube gehört dazu und hinaufgehen kann man fast in Lackschuhen.

Wandern auf Kvaløya

Kvaløya, die Insel auf der Hammerfest liegt, besteht aus steilen Hängen und einer kupierten Landschaft aus Bergen und Hochebenen. Drei Wanderrouten bieten fantastische Aussicht und einfaches Gelände.

  • Der Gammelveien (Der alte Weg) wurde 1896-98 als Promenadenweg angelegt. Auf der einstündigen Tour bekommt man deutsche Kanonen aus dem 2. Weltkrieg und den Jansvannskogen zu sehen. Er ist der einzige Wald in Hammerfest und liegt in einer geschützten Senke gegenüber der Stadt.
  • Tyven (Der Dieb), der Berg, der Hammerfest im Winter die Sonne „stielt“ bietet eine einfache Tour an einer Anlage entlang hinauf zur 419 m hohen Spitze. Für Hin- und Rückweg müssen Sie mit etwa 2 Stunden rechnen.
  • Die Route Storfjellet-Mylingen bietet eine dreistündige Wanderung durch unterschiedliches Gelände vom Hammerfester Flughafen hinauf zum 384 m hohem Steinfjellet. Hier bekommt man einen Ausblick auf die Insel Melkøya, mit ihrer großen  Gasanlage.

Wandern auf Sørøya

Sørøya, Norwegens viertgrößte Insel, ist mit Wandermöglichkeit übersät. Mehrmals in der Woche kann man die Bygderuta von Hammerfest aus zu den kleinen Sehenswürdigkeiten nehmen und wandern. Hier findet man auch nette Übernachtungsmöglichkeiten.

Von der Anlaufstelle Lotre führt eine 8 km lange Straße nach Sandøybotn auf der Nordseite von Sørøya. Hier gibt es neben den zahlreichen Wandermöglichkeiten auch Übernachtungsangebote.

  • Die Wanderung um den Sandfjellet (Sandberg) ist eine Tagestour von Hammerfest aus, je nach Abfahrtszeiten der Schiffe. Dort wo Sørøya am schmalsten ist überqueren sie die Insel. Sanddünen mit Flugsand, Mähwiesen und sogar üppiger Birkenwald prägen die Landschaft auf der vergleichsweise einfachen Tour.
  • Die schwierigste Wanderung heißt Akkarfjord- Kjøttvikvarden- Tarhalsen. Hinauf zum Kjøttvikvarden, einem 12 m hohen Steinmann, der 1850 als Landmarkierung gebaut wurde, kommt man relativ leicht. Hier befindet man sich hoch über dem Eismeer. Noch luftiger wird es auf der Nordspitze der Insel, am Tarhalsen. Hier wird man jedoch mit einer abwechslungsreicheren Landschaft aus Steinformationen und Küstenvegetation belohnt.

Seiland – abseits der Touristenruten

Norwegens siebtgrößte Insel Seiland hat weniger als 150 Einwohner. Die dramatische Landschaft aus Felsen, Fjorden und Gletschern ist eine Herausforderung. In Kårhamn, an der Nordspitze der Insel nahe Hammerfest, findet man ein reiches Angebot an Gasthäusern und Unterkünften. Hier beginnen viele Wanderungen zu den Gipfeln der Umgebung. Man erreicht dabei eine Höhe von 800 -900 m, allerdings sollte man zu den Gletschern nicht ohne Begleitung aufbrechen.

Organisiert oder selbst geplant

Hammerfest Turist, www.hammerfest-turist.no, die Touristeninformation, vermittelt auf Anfrage Tourenführer. Besonders auf den schwierigen Touren ist dies empfehlenswert. Die einfachen Wanderungen auf Kvaløya und einige auf Sørøya kann man leicht selbst organisieren. Die Langtouren auf  Sørøya und Seiland jedoch werden für Anfänger durch einen Tourenführer besser zugänglich.