Wenn Sie nach Tinja kommen, um in den Bergen zu wandern und gut zu essen, wissen Sie nicht was auf den Tisch kommt und wohin Sie gehen werden. Genau das ist es, was die vielen wiederkehrenden Touristen so schätzen.

Ein ursamischer Hof

1842 ließen sich die Vorfahren der heutigen Treiber auf Tinja nieder. Sie waren ursprünglich nicht- sesshafte Samen, die  die Winter in den schwedischen Bergen verbachten und sich im Sommer an der norwegischen Küste der Ofoten und der Südtroms aufhielten. Als es zu viele in der Rentierhaltung wurden, ließen sie sich an diesem abgelegenen Ort nieder und bauten einen Hof. Bis 1957 war er bewohnt. Der Name kommt von «pujnntijnn» - „unter dem Gipfel“, und wurde vereinfacht zu Tinja. Bis zur letzen Generation wurde in der Familie noch samisch gesprochen.

Zurück zu den Wurzeln

Der Koch Vegard Stormo, der in Restaurants in Narvik, Tromsø und Stavanger gearbeitet hat, wollte einen eigenen Familienbetrieb in den Bergen gründen. Zusammen mit seinen Eltern und einem Bruder eröffnete er 2007 sein Restaurant in einem neugebauten Haus. Die Philosophie dahinter ist  die Betonung des reinen, unverfälschten Geschmackes der Rohwaren.

Heimische Rohwaren

Sauerampfer, Birkentriebe, Brenneseln und Farntriebe ist kaum genutztes Grünzeug, dass es um den Hof herum massenhaft gibt. Die Renflechte wird frittiert und zu einer krossen, luftigen Substanz. Wildschaf aus Gratangen, Meeressaibling von Vesterålen, Schneehuhn aus den Bergen um den Hof und Saibling aus den Seen - die Köche auf Tinja holen das Beste aus der Gegend heraus. Der Zugang zu den Rohwaren variiert mit den Jahreszeiten. Im Herbst gibt es viel Wild, Multbeeren und Pilze. Im Sommer ist Seelachssaison, frisches Wildschweinfleisch kommt aus Skjomen und leichte, frische Desserts aus Erdbeeren und Rhabarber runden das Ganze ab.

Essen was auf den Tisch kommt

Auf Tinja gibt es weder eine Speise- noch eine Weinkarte. Abhängig vom Angebot an Rohwaren wird sich auf ein Menü aus drei bis zehn Gerichten geinigt. Es werden aber oft mehr Gerichte, denn die Köche servieren immer noch eine Scheibe Salmlachs als Sashimi oder ein Gratinè aus Birkentrieben. Für die meisten Gäste ist das etwas ungewöhnlich, aber sie lernen schnell sich zurückzulehnen und sich überraschen zu lassen.

Ein kühles Sommermenü

Als www.nordnorge.com  an einem kühlen, silbergrauen Juniabend hungrig den Tinja Fjellgård betrat wärmten die Kerzen und das blühende Heidekraut auf dem Tisch erinnerte an den Sommer. Als Vorspeise bekamen wir einen perfekt gebratenen Eismeersaibling aus  Vesterålen in einer cremigen Pastinaken-Blumenkohl-Suppe, abgeschmeckt mit Bärlauchöl und getrocknetem Rentierherz. Das Hauptgericht war ein extrazartes Entrecòte vom Ren mit Kartoffel-Birnen-Rösti, konfierten Tomaten, Waldpilzemulsion, Salbei-Rotweinglacè und einem Rhabarbersalat. Zum Dessert gab es ein Erdbeer-Rhabarbersorbet, weißes Schokoladenmouse und italienische Marengs. Das Ganze war ein Genuss aus harmonischen Noten und guten Rohwaren und passte voll und ganz zum Fensterblick auf die Berge.

Spiel und Spaß

Bei so vielen wiederkehrenden Gästen wie auf Tinja müssen sich die Köche ständig weiterentwickeln und spielerisch Neues ausprobieren. Ein Granité aus Kräutern war ein Fichtennadeltee. Ei mit Schinken tauchte als Dessert auf und schmeckte süß und lecker. Aus Scharfgarbe wurde eigener Schnaps gemacht . Das nächste Projekt ist hausgemachtes Hofbier. Mit genug Erfahrung kann man auch spielerisch ein gutes Resultat erreichen.

Handgezeichnete Karte

Tinja liegt in einer Landschaft aus Krüppelbirkenwald, Wasser und Berggipfeln. Der Hausvater Odd Stormo sieht sich Wetter und Wege an. Sieht man die Gipfel oder liegt alles im Nebel? Ist es trocken oder steht Wasser in den Wanderwegen? Er sieht sich auch die Gäste an, besonders deren Schuhe und Wanderkleidung. Wenn alles inspiziert ist erstellt er gemeinsam mit den Gästen eine passende Route. Auf Anfrage kann auch ein Bergführer die Gäste begleiten. In der Dunkelzeit kann eine lange Wanderung in der Finsternis unternommen und Lagerfeuerkaffee gekocht werden. Vielleicht sieht man ja ein Nordlicht? Auch die vielen Geschichten aus der Gegend sind beliebt.

Zimmer auf dem Dachboden

Auf dem Dachboden gibt es ein paar Zimmer. Sie sehen aus wie ein Dachzimmer auf dem Land aussehen muss: weiße Holzmöbel, Wandpaneele in blau, grün oder gelb und ein einzelnes Bild an der Wand. Keine Nostalgie, kein Shabby Chic und kein Minimalismus. Es ist einladend und einfach, bestens geeignet für Ruhe und Erholung.

Besuchen Sie Tinja fjellgård

Tinja können Sie für eine Mahlzeit, eine Wanderung oder für einen entspannenden Aufenthalt  in einem hübschen Dachzimmer besuchen. Rufen Sie vorher an und reservieren Sie einen Tisch, die Anzahl der Gerichte, die Bergtour und gegebenenfalls auch das Zimmer. Natürlich arrangiert Tinja auch Hochzeiten, Tagungen, Kurse und dergleichen. Man muss nur reichlich Zeit für zwei Dinge mitbringen: das Essen und die Wanderung. Immerhin sind Sie ja deshalb auf Tinja. Auf www.tinja.no finden Sie alle Details dazu. Alles andere zur Gegend um Narvik erfahren Sie auf www.destinasjonnarvik.no