Wenn Sie zum exklusiven Kreis derer gehören, die die nördlichste Stadt der Welt, nämlich Hammerfest, besucht haben, dann sollten Sie sich das beurkunden lassen. Eine Mitgliedschaft im Eisbärenclub hat nicht jeder, denn hier ist die persönliche Anwesenheit Voraussetzung.

Eine Reise ans Ende der Welt

Die Chancen in den Straßen von Hammerfest einen Nachbarn zu treffen sind nicht sehr hoch, denn nur ein kleiner Teil der Reisenden hat Gelegenheit diese Stadt auf über 70 Grad nördlicher Breite zu besuchen. Sie haben deshalb allen Grund Ihren Besuch mit der Mitgliedschaft im Eisbärenclub zu feiern. Ein Urkunde an der Wand und die exklusive Eisbärennadel sind die Auszeichnungen für den „wirklichen“ Weltenbummler.

Die nördlichste Stadt der Welt

Hammerfest bezeichnet sich als nördlichste Stadt der Welt. 1789 bekamen sowohl Hammerfest als auch Vardø die Stadt -und Kaufmannsrechte von König Christian VII von Dänemark und Norwegen. Damit wurde Hammerfest der Außenposten europäischer Stadtkultur. Damalige Besucher von Hammerfest waren nicht sonderlich beeindruckt von der Größe der Stadt, lobten aber Aussehen, Bildung und Kultur des dortigen Bürgertums. Heute hat Hammerfest ca. 10 000 Einwohner – größere Siedlungen weiter nördlich gibt es nicht.

Eine Definitionsfrage

Wäre es nicht langweilig, wenn alle gleicher Meinung wären? Hammerfests Status als nördlichste Stadt der Welt wird beispielsweise vom Erzfeind Honningsvåg herausgefordert, welches sich 1996 selbst zur Stadt erklärte. Heute ist „Stadt“ kein geschützter Begriff mehr, weshalb man es den 2500 Einwohner von Honningsvåg nicht verbieten kann sich Stadt zu nennen. Im Gegenzug sind die Hammerfester nicht dazu verpflichtet das anzuerkennen.

Konkurrenten

Andere Stadtkandidaten noch weiter nördlich sind Barrow, in Alaska, mit 3400 Einwohnern, Tiksi (4900) und Khatanga (3500) in Sibirien, sowie Longyearbyen (2000) auf Spitzbergen. Die Menschen in Hammerfest finden jedoch nicht, dass diese Orte etwas städtisches an sich haben und bestehen darauf die nördlichste Stadt der Welt zu sein. Immerhin haben sie städtische Angebote, Traditionen und Geschichte.

Fang im Eismeer

Die Grundlage für den Wohlstand in Hammerfest legte der Fang maritimer Säugetiere im Eismeer. Die erste Expedition machte sich 1794 auf den Weg von Hammerfest nach Spitzbergen. In der Geschichte der Eismeerfänge hat die Stadt Pionierstatus. Jeden Frühling fuhren die Expeditionen auf Jagd nach Robben, Walrossen und Eisbären nach Spitzbergen, Nordostgrönland, Franz- Josef-Land, auf das Eis im weißen Meer, nach Nowaja Semlja und in die Karasee. Robbenfell, Walrosshaut und - zähne, Eisbärenfell und lebende Eisbärenbabys waren begehrte Waren. Mehr darüber erfahren Sie in den Ausstellungen des Eisbärenclubs.

Mitgliedschaft

Als Mitglied im Eisbärenclub bekommen Sie eine Urkunde, unterschrieben von Hammerfests Bürgermeister. Dazu gibt’s die berühmte Eisbärnadel für die Jacke. Sollten Sie die Nadel dann auf Ihren Reisen wiedersehen, dann haben Sie einen anderen Hammerfestbesucher vor sich. Sie können auch zum Ritter geschlagen werden.Eine einfache Zeremonie mit einem alkoholfreiem Getränk aus arktischen Zutaten macht`s möglich.