Im äußersten Nordosten, dort, wo die norwegisch-russische Grenze ans Eismeer stößt, markiert eine kleine gemauerte Kapelle mit 70 Sitzplätzen, dass hier Norwegen beginnt.

Grenzstein

Die Grenze zwischen Russland und Norwegen wurde 1826 gezogen, doch für die Bevölkerung in den beiden Ländern blieb die neue Grenze lange Zeit etwas Fremdes. Russische Fischer kamen häufig auf die norwegische Seite, und es kam zu mehreren Zwischenfällen. In der Ortschaft Grense Jakobselv (auf Deutsch: Grenze Jakobsfluss), wo die Grenze auf das Meer stößt, machten sich 1851 Norweger ganzjährig sesshaft. Die religiöse Konkurrenz in dem Gebiet, die russisch-orthodoxe Kirche, war mit der Boris Gleb-Kirche direkt an der Grenze zu Norwegen am Pasvikelva bereits deutlich.

Wachturm

Um die Grenze zu markieren bezahlte das norwegische Parlament den Bau einer Kirche. Die Architektur spiegelt, mit neugotischen Formen in Granit, westeuropäische Ideale wieder. Der Kirchturm ist weit draußen auf dem Meer zu erkennen, so dass keiner daran zweifeln konnte, wo die Grenze verlief. 1869 wurde die Kirche als ein „ideeller Wachturm gegen die verschiedenen Glaubensrichtungen des Riesen im Osten“ geweiht.

Oskar II

1873 reiste Oskar II. von Schweden und Norwegen an die äußerste Grenze seines Reichs. Er gelangte bis nach Grense Jakobselv, wo er an einem Gottesdienst teilnahm. Auch der Besuch des Königs muss als Markierung einer Grenze gesehen werden, und nach dem Besuch wurde die Kapelle nach dem König benannt.

Grense Jakobselv

Grense Jakobselv ist ein kleiner Weiler mit nur wenigen Einwohnern im Winter und etwas mehr Treiben im Sommer. Der Weiler liegt direkt neben dem schmalen Fluss Jakobselva, der die Grenze zu Russland bildet. Im Sommer verkehrt ein Bus ab Kirkenes, der die 60 Kilometer über das Gebirge des Jarfjordfjellet und an der Grenze entlang fährt. Im Winter ist die Straße jedoch gesperrt. Es gibt keine Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie in Grense Jakobselv.