Beim nördlichsten Radrennen der Welt arbeitet sich die Weltelite des Radsports vor traumhafter Kulisse durch die nordnorwegische Tundra. Vom 14.-17. August werden über 700 Kilometer zwischen Tromsø und dem Nordkap absolviert.

In 4 Etappen durch die arktische Landschaft

Die diesjährige Strecke des Arctic Race führt die durchtrainierten Pedalritter bis an die äußerste Spitze Europas: das Nordkap. Hier zeigt sich die Natur von ihrer rauen, ungezähmten Seite, während der Mensch sich mit vergleichsweise bescheidenen, verstreut liegenden Siedlungen begnügt. Doch die Landschaft ist trotz der Naturgewalten von harmonischen Linien und einem weiten Horizont geprägt – für ein Radrennen optimal, denn hier können die Profis so richtig in die Pedale treten. Wahrzeichen wie der große Globus am Nordkap, die charakteristische Insel Håja vor Hammerfest, die schwungvoll geformte Nordlichtkathedrale in Alta und die markante Eismeerkathedrale in Tromsø gelangen anlässlich des Sportereignisses ganz nebenbei zu weltweiter Berühmtheit.

14. August: Hammerfest-Nordkap (204 km)

Startpunkt der ersten Etappe ist Hammerfest, die nördlichste Stadt der Welt. Von der schroffen Atlantikküste führt die Strecke zunächst entlang geschützter, von Birkenwald umgebener Fjorde ins Landesinnere und steigt anschließend gleichmäßig in Richtung der Feriensiedlung Skaidi an. Nach dem Hochplateau Hatter, von baumloser Tundra geprägt, geht es wieder sanft zum Porsangerfjord hinab. Ab hier wird mit der E69 Kurs in Richtung Norden eingeschlagen: Über Repvåg und durch den fast 7 km langen Nordkaptunnel gelangt das Radlerfeld auf die Insel Magerøya. Am Skipsfjord sind noch einige steile Anstiege zu bewältigen, bis die Teilnehmer schließlich die weite Hochfläche des Inselinnern erklommen haben. Die besten Filmaufnahmen lassen sich vermutlich einfangen, wenn die Sportler hier über die wogende Tundra brettern, während im Hintergrund das charakteristische Nordkap-Horn herübergrüßt. Die Zieleinfahrt der Tagesetappe befindet sich direkt am Nordkap.

15. August: Honningsvåg-Alta (207 km)

Nach Übernachtung in Honningsvåg kehren die Teams durch den Nordkaptunnel wieder auf das Festland zurück und radeln entlang des Porsangerfjords bis Skaidi. Hier überqueren sie das Sennaland, ein weites, flach gewelltes Hochplateau mit allenfalls niedriger Vegetation, auf dem der Tachometer beachtliche Geschwindigkeiten anzeigt, während eine ganze Reihe von Rentieren das Geschehen verfolgt. In der Nähe von Alta fällt die Straße schließlich allmählich ab und man gelangt in dichter bewaldetes Gebiet mit ersten Streusiedlungen. An der Zieleinfahrt im Zentrum von Alta geht es wieder richtig urban zu – Tausende begeisterter Zuschauer erwarten hier vor der Nordlichtkathedrale die abgekämpften Radfahrer.

16. August: Alta-Kvænangsfjell (132 km)

Die kürzeste Etappe markiert den Übergang von den weiten Hochflächen der Finnmark zur gebirgigen Fjordlandschaft der Region Troms. Von Alta folgen die Radler zunächst dem Altafjord nach Kåfjord, wo sich das Tirpitz-Museum und eine alte Kirche befinden. Von hier aus geht es nach Norden bis zu einer markant in den Fjord ragenden Landspitze, wo die Straße eine scharfe Kurve beschreibt und nach Westen in den schmalen Langfjord einbiegt. Die Landschaft wird nun zwar wilder und bergiger, doch die Rennsportler halten sich stets in Wassernähe, weshalb hier keine größeren Steigungen zu bewältigen sind. Am breiten Kvænangen-Fjord jagen die Teams durch fruchtbare, grüne Landschaften vor einer markant gezahnten Bergkulisse. Den Abschluss der Tagesetappe bildet ein heftiger Anstieg auf etwa 400 Höhenmeter zum Aussichtspunkt Kvænangsfjell mit fantastischem Blick auf die bizarren Spitzen der Kvænangstindan und den Gletscher Øksfjordjøkelen auf der anderen Seite des Fjords.

17. August: Tromsø – Sommarøy – Tromsø (165 km)

Ein Rundkurs, der in Tromsø beginnt und als Schleife um den südlichen Teil der Insel Kvaløya führt, bildet die Abschlussetappe des 4-Tage-Rennens. Die Strecke folgt zunächst der Strandlinie der Insel Tromsøya und führt dann in die Vororte der Eismeerstadt auf der Insel Kvaløya. Ab Kaldfjord sind anschließend 200 Höhenmeter jäh ansteigend auf das Kattfjordeidet zu bewältigen, ein Hochtal zwischen steil aufragenden, tausend Meter hohen Bergflanken. In Brensholmen am Atlantik wiederum ist die Strecke von einer offenen Küstenlandschaft mit malerischen Schären geprägt. Ab hier geht es wieder zurück – entlang des Malangenfjords, an dem üppig grüne Wälder und Felder den schroffen Berggipfeln im Hintergrund trotzen. Kurz vor dem Ziel müssen sich die Teams noch einmal an der Westseite der Insel Tromsøya den Berg hinauf arbeiten, bevor sie in wilder Fahrt in das Stadtzentrum von Tromsø hereinbrechen. Da die letzte Etappe des Arctic Race durch etwas dichter besiedeltes Gebiet führt, darf verstärkt mit Zuschauern am Straßenrand gerechnet werden, sowohl auf Kvaløya als auch im Zielbereich im Stadtzentrum.

Mehr lesen