«Solche Farben habt ihr nicht » sagte der deutsche Fernsehsender über die starken, rosaviolette Farben in den Bildern der Künstlerin Eva Arnesen, als man sie an einem November in Hammerfest begleitete. Nach ein paar Wochen wurden sie eines Besseren belehrt.

Die Finnmark in der Kunst

Die Landschaft der Finnmark bietet eher einfache Formen und weite Horizonte als Details und Nähe. Der Umgangston hier oben ist eher direkt, laut und humorvoll als von Untertreibung und Andeutungen geprägt. Eva Arnesen spricht den Betrachter mit einfachen Motiven und klaren Farben an. Wenn der Pinsel nicht reicht, schreibt sie Stichwörter in Buchstaben auf die Leinwand! Trotz dieser gestalterischen Mittel findet man kaum vordergründige Antworten in ihrer Kunst.

Nobelkünstler

Eva war Nobelkünstler des Jahres 1997. Dies ist eine große Ehre, denn jedes Jahr werden 3 norwegische Künstler eingeladen Entwürfe zu präsentieren. Der beste davon wird ausgezeichnet.. Damit ist sie in guter Gesellschaft mit Künstlern wie Karl Erik Harr, Håkon Bleken, Jakob Weidemann und Franz Widerberg.

Das Nordlicht über der Finnmark

In Eva Arnesens breiten Strichen wogt und flammt das Nordlicht über Hammerfest, über die charakteristischen Inseln Håja und Hjelmen draußen im Sørøysundet und über die dunklen Finnmarksberge. In dem rosavioletten Ton, den sie liebt, in leuchtenden Primärfarben und in einfarbigem Türkisgrün oder tiefem Dunkelblau. Formen und Farben haben eine unendliche Variation,  kein Bild gleicht dem anderen.

Fotografisch und malerisch

Als Eva Arnesen anfing Bilder des Nordlichts zu malen, gab es kaum gute Fotografien vom Nordlicht. Die Kameras waren einfach nicht gut genug dafür. Eva Arnesens Kunstwerke, die in früheren Phasen der Künstlerin naturalistischer wirkten, waren deshalb die wirklichkeitsnächsten Abbildungen vom Nordlicht, die es gab. Inzwischen sind die Digitalkameras immer besser geworden und geben das Nordlicht so wieder wie das es Auge sieht. Evas Bilder dagegen haben nun einen einfacheren Strich mit größerer Kraft.

Finnmarksstimmungen

Die Himmel mit Evas Tönen sind rosaviolett. Ab und zu zart, ab und zu vibrieren sie vor Intensität und schildern den Herbst in Hammerfest. Ihre Bilder  zeigen Schneeschauer in dunklen Winternächten über der Stadt, blaues Nordmeer und leuchtend grüne Sørøyhänge und Nahbilder von blumigen Sommerwiesen, die in goldenem Sonnenlicht baden. Die Finnmark wird nicht im Detail wiedergegeben, aber in starken Primärfarben und Licht.

Menschen und Stimmungen

Eva interessiert sich auch für Menschen. In «Rød melankoli» (rote Melancholie) sieht uns eine resignierte Frauengestalt an, naturalistisch wiedergegeben, in starken Farben auf einem abstrakten Hintergrund. Die Prozession der tanzenden, festlich gekleideten Frauen in starken Farben - eine fantasievolle Nordlichtallegorie - hat etwas von „Fantasie triff auf Vogue“ . Die blaue Leinwand mit eleganten, Kleider tragenden Frauen unter Laubbäumen muss  von einem anderen Ort als der Finnmark inspirierte worden sein.. Die Jungen auf Schlitten an sonnigen Spätwintertagen dagegen sind direkt dem Lokalmilieu abgeschaut.

Spiel und Kommentare

Als Eva Arnesen die Galerie Kulturbanken im Hammerfest 2011 mitbegründete, war eine der Bedingungen, dass sie in der Galerie am Empfang steht. Für eine ungeduldige , kreative Seele wurden das unerträglich ruhige Zeiten, die sie mit Zeichnungen füllte:  Alles, von Hühnern und Eseln bis zu Hammerfester Straßen, gespickt mit Farben eines Gedankenblitzes an einem Dienstag mit wenig Galeriebesuchern. Viele ihrer größeren Kohlezeichnungen enthalten Kommentare, Beobachtungen und Einfälle, die belustigen und provozieren.

Die Kulturbank

Eva Arnesen teilt Galerie und Ausstellungsräume mit einer Gruppe Kunsthandwerker aus der Finnmark. Claudia Casaletti aus Kongsfjord macht kleine Portaits der Ostfinnmark in Rahmen aus wiederverwertetem Holz. Daniela Salater aus Berlevåg stellt lustige Glasgegenstände her. Die Lichtfrauen aus Gips sind von Janne Bårdsen, Torild Normann aus Hammerfest macht Strickwaren in kräftigen Farben. Die Fotographen Lars Mathisen und Espen Ørud fangen das Nordlicht und die Landschaft der Finnmark auf ihre Weise ein. Wenche Hansen entwirft solide Hausschuhe für kalte Winterabende. Man findet sie alle in einer früheren Bank im Zentrum von Hammerfest. Gemeinsam sind sie die Kulturbank, ein künstlerisches Aktienkapital, ausschließlich mit Einlagen aus der Finnmark.

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Die Galerie Syvstjerna/Kulturbanken hat ein eine eigene Facebookseite: http://www.facebook.com/syvstjerna.no

Für mehr Information über alles andere in Hammerfest besuchen Sie die Seiten der Touristeninformation „Hammerfest Turist“:http://www.hammerfest-turist.no/