Als die Zugezogenen in Bardu 1821 eine neue Kirche bauen wollten, nahmen sie die Inspiration dafür aus ihrer Heimat. Der beste Baumeister des Ortes wurde deshalb nach Tynset im Østerdalen gesandt. Somit wurde die Kirche in Bardu eine Kopie der Tynset-Kirche.

Zugezogene

Die Leute aus der inneren Troms stammen hauptsächlich aus den Bergdörfern in Südnorwegen, aus Gudbrandsdalen, Østerdalen und Südtrøndelag. Die riesige Flut, Storofsen, die in den Tälern im Sommer 1789 wütete, riss nicht nur Häuser und Höfe mit sich. Auch fruchtbare Erde wurde fortgespült und die Lebensgrundlage für Mensch und Tier verschlechterte sich. In den darauffolgenden Jahrzehnten wanderten viele nach Norden und ließen sich in Målselv, Bardu und anderen nordnorwegischen Tälern nieder.

Es ist weit bis Ibestad

Die Einwohner von Bardu hatten einen weiten Weg zu ihrer Kirche. Zuerst mussten sie hinunter nach Salangen und dann das Boot hinüber nach Ibestad nehmen, wo die Kirche lag. In einem Alltag geprägt von harter Arbeit war der Wunsch nach einem Gotteshaus für die Neuankömmlinge groß. 1821 bekamen sie deshalb die Erlaubnis eine Kirche zu bauen.

Zurück nach Tynset

Da viele der Zugezogenen aus Tynset stammten, wurde der Baumeister Ole Kjæreng Lundberg zurück in das Dorf seiner Kindheit geschickt. Als Kind hatte er den Bau der Tynset-Kirche aufmerksam verfolgt und eine Zeichnung in ein Brett geritzt. Er hatte somit ein Modell für eine kleinere Kopie der Tynset-Kirche. 1825 begannen die Arbeiten und drei Jahre später hatte die Kirche bereits ihr Dach. 1829 wurde das Gotteshaus, nach tatkräftigem Einsatz vieler der 358 Einwohner, endlich eingeweiht.

Einrichtung

Die Einrichtung, auch eine Kopie der Tynset-Kirche, ist im norwegischen Empirestil in hellen Farben gehalten. Die Kanzel ist an der Chorwand über dem Altar befestigt und trägt einen kronenförmigen Schalldeckel. Die Decke ist ein Gewölbe mit aufgemalten Akanthusranken. In den Galerien, an den Wänden des Kirchenschiffs, finden viele Menschen Platz. Ursprünglich gab es noch weitere Galerien, die jedoch der Orgel weichen mussten,

Turm und Glocke

Die Kirche ist achteckig. Früher war sie ein paar Mal rot gestrichen, nun aber ist sie wieder weiß. Der Turm wurde 1840 gebaut, jedoch wurde erst vier Jahre später eine alte Kirchenglocke aus Os in Østerdalen dort angebracht. Die Glocke stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde erst 1982 gewechselt, nachdem Risse den Klang beeinflusst hatten.

Ein Besuch in der Bardu-Kirche

Die Kirche liegt im Zentrum des Dorfes Setermoen und ist eine sogenannte Straßenkirche – sie steht im Sommer also allen Reisenden zur Verfügung. Unter www.bardumenighet.no finden Sie weitere Informationen und alle Veranstaltungen der Kirche.