Die markante, einer Kathedrale ähnelnden Felsformation Finnkirka an der Schiffseinfahrt nach Kjøllefjord dient auch als Seezeichen. Von Land aus betrachtet, bei einer Wanderung von Kjøllefjord aus, präsentiert sich die Klippe ganz anders.

Wanderung in den äußersten Norden

Manch einer glaubt vermutlich, eine Fußwanderung auf Europas nördlichstem Festland-Zipfel ist eher der Kategorie Extremsport zuzuordnen. Ganz im Gegenteil – die Landschaft der Finnmark bietet überschaubare, leicht gewellte Passagen, auf dem allgegenwärtigen Heidekraut lässt es sich angenehm laufen und die frische Brise hält die Mücken fern. Zudem ist die Wegemarkierung zur Finnkirka außerordentlich gut – diese Wanderung wird also vielen Feriengästen als Genuss in Erinnerung bleiben.

Arktische Fjordlandschaft

Die Route führt durch eine Landschaft, wie sie für die Finnmarksküste typisch ist: Die Abhänge zum Meer hin sind zwar steil, doch oben auf dem Plateau lässt es sich wunderbar wandern. Auf dem Weg entlang der Südseite des Kjøllefjords bewegt man sich auf etwa 200-300 Höhenmetern, wobei das Meer und die geschichteten Sandstein- und Schieferklippen auf der anderen Seite des Fjords ständig im Blickfeld sind. Das Fischerdorf Kjøllefjord im Rücken dagegen wird immer kleiner.

Federleicht

Das heidebewachsene Gelände bietet einen außerordentlich weichen, nahezu federnden Untergrund. Im Spätsommer laden Blau- und Moltebeeren zu einer vitaminreichen Rast ein. An einigen Stellen unterbrechen Partien mit Geröll oder Fels das Heidekraut. Auch einige steile Anstiege sind zu bewältigen, die aber durch ebensoviele Abwärtspassagen wieder kompensiert werden.

Gut markierter Pfad

Der Pfad beginnt am Rand der zusammenhängenden Bebauung von Kjøllefjord. Er ist deutlich markiert – mit rot gestrichenen Pfosten, kleinen Wegweisern aus Holz oder roten Punkten auf größeren Steinen. An den Bachläufen führen kleine Holzbrücken über das Wasser. In der baumlosen Landschaft ist die Route immer deutlich zu erkennen, auch die Passagen über das Heidekraut, denn für die Bewohner von Kjøllefjord ist die Wanderung ebenso ein beliebter Sonntagsausflug.

Die Finnkirka von oben

Schließlich erreicht man den Aussichtspunkt oberhalb der Finnkirka. «Take care» steht rot auf einem Stein geschrieben, denn die Grassode endet jäh an einem steilen Sporn. Dort unten, teils im Schatten des Steilhangs, erblickt man die Felsformation –und stellt fest, dass sie aus der Nähe betrachtet ganz anders aussieht. Von Kjøllefjord aus präsentiert sich die Finnkirka wie eine Kathedrale – in Wahrheit handelt es sich jedoch um zwei separate, säulenartige Küstenfelsen, die hundert Meter voneinander entfernt auf einer kleinen Landzunge thronen. An den Strand hinunter zu klettern wäre zu gefährlich, aber die Aussicht vom Sporn oberhalb der Finnkirka auf das Nordpolarmeer und das in der Ferne liegende Nordkap ist ein würdiges Ziel für diese herrliche Wanderung. Hier kann man mühelos nachvollziehen, warum die Samen in vorchristlicher Zeit die Finnkirka als Opferstätte nutzten – dies ist ein Ort, wo sich die Gedanken frei in die Lüfte erheben.

Nähere Informationen

Für Wanderer auf der Nordkinnhalbinsel bietet sich die Internetseite www.visitnordkyn.no als Quelle für Tipps und Hinweise. Wir empfehlen auch, über die Wanderung beim Leuchtturm Slettnes zu lesen.