Die Landspitze Knivskjelodden liegt 1,5 Kilometer nördlicher als das Nordkap. Die Wanderung an diesen Punkt ist zwar weit, aber nicht schwierig oder gefährlich. Für geografisch Interessierte ist das Knivskjelodden der natürliche Endpunkt einer Erkundung des äußersten Nordens Europas.

Nördlicher als das Nordkap

Das 307 Meter hohe Nordkap-Plateau ist allseits bekannt als Europas nördlichster Punkt: Kreuzfahrttouristen und Busgruppen, Wohnmobilreisende und Langdistanzradler versammeln sich stolz unter dem Globusdenkmal zum Foto. Aufmerksamen Besuchern wird jedoch die kleine Landspitze linker Hand auffallen, die sich weit in den Atlantik hinein reckt. Auch wenn sie viel weniger imposant erscheint als das Nordkap-Plateau – sie liegt tatsächlich 1450 Meter weiter nördlich. Deshalb machen sich einige Besucher auf den Weg, um wirklich am nördlichsten Ende Europas zu stehen – am Knivskjelodden.

Wanderung zur Landzunge Knivskjelodden

Wir nahmen die Tour an einem grauen Augusttag in Angriff. Wir parkten das Auto an einem Parkplatz an der Straße zwischen Skarsvåg und dem Nordkap. Von hier führt ein markierter Pfad zum Knivskjelodden. Anfangs wandert man leicht bergab, auf steinigem, jedoch nicht besonders schwierigem Untergrund. Später stößt man auf einige Seen und durchquert ein stilles Tal mit etwas üppigerer, höherer Vegetation. Ganz im Westen lässt sich bei guter Sicht die charakteristische Silhouette des Vogelfelsen Gjesværstappan erkennen.

Abstieg an die Küste

Am Ende der Knivskjelbucht führt der Pfad relativ steil zur Küste hinunter. Über einen Grashang mit einem Sandstrand voller Treibholz erreichten wir den Rand der eigentlichen Knivskjelodden. Hier öffnet sich der Blick nach Osten auf das Nordkap-Plateau, das eindrucksvolle 300 Meter direkt aus dem Meer ragt. Nun verblieb noch die „Eroberung" der eigentlichen Landspitze, die vor allem von dem für Norwegen typischen, vom Gletscher glatt gescheuerten Küstenfels geprägt ist. Um möglichst wenig über den rutschigen Felsuntergrund laufen zu müssen, schlängelten wir uns im Zickzack entlang der dazwischen liegenden Torfpartien.

Äußerste Nordspitze Europas

Endlich erreichten wir den äußersten Punkt der flachen Landspitze. Nun waren wir nur noch umgeben vom Wellenschlag gegen den harten Fels. Weit draußen zog ein einsames Schiff durch den Ozean, aus Richtung Südost grüßte das Nordkap-Plateau herüber. An diesem Ort spürt man intensiv, tatsächlich am Ende der Welt angekommen zu sein. Eine vor einigen Jahren errichtete Steinpyramide bietet sich als ausgezeichnetes Fotomotiv, mit dem Nordkap-Plateau über der Bucht als Hintergrund. Wir trugen uns noch in das ausliegende Buch ein, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Voraussetzungen für die Wanderung

Jeder, der 19 Kilometer weit laufen kann, kann die Landspitze Knivskjelodden erreichen. Es gibt keine wesentlichen Steigungen oder ausgesetzte Passagen, der Untergrund ist überwiegend trocken. An einigen Stellen ist der Pfad etwas ausgetreten. Der glatte Küstenfels an der Landspitze mag ein wenig erschreckend wirken, ist jedoch überwindbar, wenn man sich genügend Zeit nimmt. Die Markierung ist die gesamte Strecke über gut.

Nicht vergessen: Gute Kleidung erforderlich!

Unsere Wandergruppe  war gut mit Mütze, Handschuhen und Wollkleidung ausgerüstet, weshalb wir trotz einer Temperatur von 9 Grad im August behaglich warm blieben. Wenn die sommerlichen Hochdruckgebiete aus Russland bis zu 30 Grad warme Luft an die Finnmarksküste senden, ist es natürlich recht verlockend, nur in T-Shirt und Shorts zu laufen. Aber auch dann ist es nicht ungewöhnlich, dass Nebel vom Meer her kalt und klamm an Land „rollt“ und für deutliche Temperaturstürze sorgt. Deshalb sollte man sich nie ohne reichlich warme Kleidung auf den langen Weg zum Knivskjelodden machen. Auch das Proviantpaket sollte sehr großzügig bemessen sein.

Nähere Informationen

Der Tourismusverband Nordkapp Reiseliv informiert ausführlich über ganz Magerøya.