Die charakteristischen Rorbus sind eines der Erkennungszeichen an der Küste von Nordland und insbesondere der Lofoten. Die Hütten waren einfache Unterkünfte für die Lofotenfischer, auf Pfählen errichtet, von denen ein Teil im Meerwasser steht. Heute gibt es die Rorbus in allen Klassen, von ganz schlicht bis zu sehr hohem Standard.

Die Geschichte der Rorbus auf den Lofoten

Die ersten Rorbus auf den Lofoten ließ König Øystein im Jahr 1120 bauen, als Unterkünfte für die Fischer während der Lofotenfischerei. Die Hütten waren einfach, errichtet auf Pfählen, die teilweise im Wasser standen, und sie bestanden normalerweise aus 2 Zimmern: einem Lagerraum und einem Aufenthaltsraum mit Betten. Der Lagerraum wurde zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und der Fangausrüstung genutzt, und zu Vorbereitungen für einen neuen Tag auf dem Meer vor den Lofoten. Heute gibt es die Rorbus in allen Klassen, von ganz schlicht bis zu sehr hohem Standard.

Die Rorbus in alten Zeiten

Bereits vor dem Jahr 900, so erfährt man aus einer Saga, einer Schrift der altnordischen Literatur, wurden entlang der Küste Schiffe ausgerüstet, um zu den Lofoten zu fahren und an der Saisonfischerei auf Kabeljau teilzunehmen. Entlang der Küste wurde von dieser besonders ertragreichen Winterfischerei rings um die Lofoteninseln berichtet, die eine Ergänzung zu der normalen Fischerei zu Hause darstellte. Die Menschen fingen an, Tage und Wochen lang in ihren offenen Ruder- und Segelbooten zu fahren, um den ganzen Winter über an der lohnenden Lofotenfischerei teilzunehmen.

Dadurch entstand ein Bedarf an Unterkünften. Wie dies während der ersten Jahrhunderte gelöst wurde, darüber wissen wir nichts, aber aus der Saga wissen wir, dass König Øystein, früh im 12. Jahrhundert entschied, dass für die angereisten Fischer auf den Lofoten in Kabelvåg, dem einstigen Vågar, Rorbus gebaut werden sollten. Das zeigt, wie wichtig diese Fischerei schon damals für die Wirtschaft des Landes war.

Die Bezeichnung

RORBU? Wo kommt der Name her? „BU“ ist die Bezeichnung für ein kleines Haus, und hängt mit „bo“, „leben“ zusammen. Also ein kleineres Haus um darin zu leben, aber es wird auch in anderem Zusammenhang verwendet, z. B. „redskapsbu“ – ein Haus, in dem die Gerätschaften aufbewahrt werden.

Der erste Teil des Wortes RORBU kommt von dem Wort „ro“ für „rudern“. All die Jahrhunderte lang kamen die Fischer in ihren Ruderbooten, und erst zu Beginn des vorigen Jahrhunderts wurden Fischerboote mit Motoren ausgestattet. Man ruderte sozusagen auf Fischfang. Selbst nach drei Generationen der Verwendung von Motorbooten gebraucht man für die Tätigkeit als Fischer in der Alltagssprache noch immer den Ausdruck „ro fiske“ (wörtlich „zum Fischfang rudern“). „Rorbu“ sind also die Häuser in denen die Fischer lebten, während sie auf Fischfang waren.

Besonderer baulicher Bestand

Die Rorbus wurden damals ganz unten am Strand gebaut, bevorzugt auf Pfählen im Meer, und so, dass man mit dem Ruderboot bis zur Hütte rudern konnte. In vielen Fischerorten entstand nach und nach eine sehr dichte Bebauung, bei der die roten Hütten – und die Fischannahmestellen – das Bild prägten. Rote Tranfarbe war die billigste, und die am häufigsten verwendete Farbe, später, so sehen wir, kam eine andere Farbe hinzu, Ocker. Die Rorbus zusammen mit großen Mengen von Trockengestellen zum Trocknen des Fischs schaffen in den Fischerdörfern der Lofoten einen ganz besonderen baulichen Bestand.

Die Bezeichnung „Rorbus“ wird seit einigen Jahren auch für Häuser und Hütten verwendet, die an anderen Stellen als auf den Lofoten stehen, aber es ist noch immer so, dass die Geschichte der echten Rorbus eng mit den Lofoten verbunden ist. Und viele der Rorbus, in denen Sie heute hier übernachten können, sind echte Rorbus, auch wenn sie saniert wurden, um den Ansprüchen, die Reisende von heute an Komfort haben, zu entsprechen.