Mit einem Kaliber von 40,6 cm- hat die Adolfkanone genug Platz für einen erwachsenen Mann. Auf Trondenes in Harstad haben vier dieser erschreckenden Giganten aus dem 2. Weltkrieg bis in unsere Tage hinein überlebt.

Die Kanone

Auf der Höhenlandschaft nördlich der Trondenes- Kirche, in einem Gelände aus Dickicht und altem bröckelnden Beton steht die riesige Museumskanone – frischgestrichen und instandgehalten. Hoch über der Trondenes- Kirche und der Stadt Harstad ist die Aussicht zu den Inseln Grytøya, Andøya, Senja und Andørja fantastisch. Das war wahrscheinlich auch der Grund für den Standort. Die Kanone konnte nämlich alle Wasserwege im Umkreis bis zu  50 km Entfernung bestreichen.

Für ein Kriegsschiff gedacht

Die Kanone wurde gebaut, um auf den großen Kriegsschiffen ” Friedrich der Große” und ”Großdeutschland” zum Einsatz zu kommen. Laut Plan sollten sie 1944 fertig sein. Die Baupläne wurden jedoch 1941 zwischenzeitlich gestoppt und Hitler ließ die Kanonen an Land als Teil des Atlantikwalls aufstellen. Die schweren Bauarbeiten wurden von sowjetischen Kriegsgefangenen ausgeführt. 1943 kam die Adolfkanone an ihren jetzigen Platz im Trondenes Fort.

Wale bei Andenes treffen?

Fünf verschiedene Geschosse wurden entwickelt, sie wogen zwischen 600 und 1035 kg. Die kleinste und schnellste Adolfgranate hatte eine Geschwindigkeit von 1059 m/s. Mit einer Reichweite von 56 km konnte sie theoretisch Wale vor Andenes und Ziele im Hafen von Narvik treffen. Sie war 2 Min. in der Luft und erreichte auf ihrer Flugbahn eine Höhe von bis zu 21800 m über dem Boden.

Andere Kanonen

Auf Trondenes wurden 4 Kanonen platziert. Die anderen 3 sind zwar außen gestrichen worden, aber nur die Adolfkanone wurde instandgehalten. Auch die Batterie Dietl auf der Insel Engeløya in Steigen war mit dieser Art Kanone ausgestattet, sie wurden jedoch nach dem Krieg verschrottet. Auch die großen Kanonen von Sangatte bei Calais sind abgebaut worden. Auch die amerikanische Küstenartillerie verfügte während des 2.Weltkrieges über 100 Kanonen dieses Kalibers, die alle nach dem Krieg abgebaut wurden. Nur die Adolfkanone ist übrig, dafür funktioniert sie tadellos.

Strategisch platziert

Das Fort in Trondenes kontrollierte die nördliche Einfahrt in den Erzhafen von Narvik. Die Batterie Dietl in Steigen kontrollierte die südliche Einfahrt. Mit ihrer Reichweite konnte die Adolfkanonen von Trondenes und Steigen aus die Feinde des Dritten Reiches effektiv daran hindern nach Narvik einzufahren und somit den lebenswichtigen Erztransport über den Narviker Hafen sichern.

Militärgeschichtliches Monument

Das Trondenes Fort wurden von russischen Kriegsgefangenen während des 2. Weltkrieges erbaut und funktionierte seit 1943 als Fort. Wegen der grauenhaften Verhältnisse, denen die sowjetischen Gefangenen ausgesetzt waren, starben 800 von ihnen im Laufe des Krieges. Heute steht Trondenes Fort auf der Liste der 14 schützenswerten Festungen aus dem  20. Jh.

Nachkriegszeit

Das Fort wurde nach dem Krieg von der norwegischen Armee übernommen und bemannt. 1951 wurde die Adolfkanone erstmalig von norwegischen Streitkräften abgefeuert.1957 wurde das letzte Mal damit geschossen. 1964 wurden die 4 Kanonen außer Betrieb genommen. Danach haben Armeeveteranen die Adolfkanone instandgehalten und gepflegt. Noch heute ist sie gut erhalten und schussbereit.

Ein Besuch auf Trondenes

Trondenes Fort wird noch immer von den Seestreitkräften benutzt. Die Adolfkanone ist für Besucher zugänglich. Im Sommer werden zu festgelegten Zeiten Führungen angeboten. Der Rundgang beginnt im Bunker unter der Kanone, wo man schwere Geschosshülsen und technische Instrumente aus dem 2. Weltkrieg sehen kann. Dann geht es weiter in den Turm, wo man den enormen Schießmechanismus bestaunen kann. Am Ende der Tour steht man vor dem 21 m langen Lauf. Mutige kriechen natürlich hinein und lassen sich so fotografieren.

Information über die Kanone

http://www.adolfkanonen.com ist die Internetplattform für umfangreiche Informationen über die Adolfkanone. Auf http://www.destinationharstad.no finden sie die Touristeninformation Destination Harstad, wo Sie praktische Tipps zu Harstad finden.