Nordnorwegen zeichnet sich durch seine unendlich abwechslungsreiche, unberührte, überwältigende und bisweilen schaurige Landschaft aus, mit den vielen Inseln, den mächtigen Fjorden, den endlosen Weiten und hohen Bergen.

Die Inseln

Die im Westen liegenden Inseln sind teilweise nur bei Niedrigwasser sichtbar, andere dagegen sind 1000 m hoch. Auf Helgeland findet man mehrere tausend vorgelagerte Inseln, manche flach, andere wiederum mit hohen eindrucksvollen Felsen. Auf den Lofoten, den Vesterålen sowie in Troms wirken die großen Inseln fast wie winzige Kontinente, mit Felsen, Wald, Ackerland und von Schären umringt. Fast überall haben sich Menschen niedergelassen – auf Holmen, in warmen Buchten, in Siedlungen.

Eine kahle Küste

Die Inseln zeichnen sich durch ihre steilen, unbewaldeten Küsten und im Inneren durch baumlose Ebenen mit Gewässern und Mooren aus. Im Norden und Osten ist die Finnmark dem Meer ungeschützt ausgesetzt. Dort findet man verschiedene Felssorten übereinandergeschichtet, an steilen Hängen mit skulpturenähnlichen Klippen, Seen und Sandstränden. Dazwischen geschützte Häfen, in die sich kleine Fischerorte mit eng an eng stehenden Häusern schmiegen.

Die Fjorde

Die Fjorde und Sunde schneiden sich tief in die Landschaft Nordnorwegens ein. Im Schutz der Berge wachsen üppige Laubwälder, seltene Orchideen, Birken, Ebereschen und weiter im Norden Kiefern. An den Fjorden, wo es am wärmsten ist, leben die meisten Menschen, haben ihre Höfe, Äcker und Weiden.

Die Berge

Die eindrucksvollen Lofoten, die skulpturartigen Berge auf Helgeland, die wilden Lyngsalpen, die sich wie Pyramiden nach Norden erstrecken, verleihen dem Landstrich seinen ganz eigenen Charakter. In Gebieten mit viel Niederschlag findet man Gletscher, von denen Svartisen und Øksfjordjøkelen die größten sind. Im Winter bedeckt Schnee die Berge der Küste, während sie im Sommer in frischem Grün erstrahlen.

Kühle Witterung und große Weiten

Die Finnmark ist geprägt von hügeligen Weiten mit Mooren, Binnenseen und Flüssen, flechtenbewachsenen Felsen, Heidekraut und kleinen Birken. Hügel, Permafrostboden und mit Kiefern bewachsene Täler findet man auf Varangerhalvøya. Zur Grenze nach Finnland und Schweden im Süden prägen hohe und runde Bergformationen, Binnenseen und Täler das Bild. In dieser von Menschen fast unbewohnten Gegend überwintern die Rentiere.

Inseln der Arktis

Zwischen Nordnorwegen und dem Nordpol liegt die Inselgruppe Spitzbergen mit ihren großen Gletschern, pyramidenförmigen Bergen mit geschichtetem Gestein, Fjorden sowie großen und kleinen Inseln. Nur in warmen Tälern wachsen im Sommer einige Blumen wenige Zentimeter aus dem Schotterboden der ansonsten kargen Insel empor. Die Inseln sind bewohnt, haben aber keine Ureinwohner.